Wein, Wissen und Witz: Ein Degustationsabend bei Denz Weine

Als Weinliebhaberin ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen der Besuch von Degustationen. Denn dort bekommt man die Chance, Neues zu lernen, interessante Personen zu treffen und natürlich feinen Wein zu probieren.

 

Deshalb bin ich am Donnerstag nach der Arbeit zu einer Degustation bei Denz Weine gegangen.

 

Das erste Mal, dass ich so richtig von Silvio Denz gehört habe, war lustigerweise nicht in der Schweiz, sondern während meiner Zeit in Bordeaux. Dort hat nämlich ein Schweizer ein Weingut in Saint-Émilion gekauft, einen von Mario Botta entworfenen Weinkeller gebaut, der einer Kathedrale inmitten eines Weinbergs ähnelt, und dann auch noch bei der nächsten Klassifizierung den Sprung zum Grand Cru Classé geschafft. Das war 2012, und natürlich hat sich das in der Weinwelt schnell herumgesprochen.

 

Château Faugères Bild: vignobles-silvio-denz

Als ich dann gehört habe, dass es eine Degustation gibt, bei der eben dieser Wein und viele mehr verkostet werden, habe ich mich sofort angemeldet.

 

In der Nähe vom Kunsthaus befinden sich die Räumlichkeiten von Denz Weine. Nachdem man durch den Raum eine Treppe hinunter in den wunderschönen Degustationsraum gelangt, fühlt man sich direkt wohl. Mein Weinherz hat sich bei diesem Anblick gefreut.

 

In der Mitte des Raumes stand ein grosser, wunderschöner Holztisch, umringt von unzähligen Weinflaschen, die perfekt ausgeleuchtet waren.

 

Was für ein toller Raum für eine Degustation

An diesem Abend führte uns Mathias Bosshard mit viel Charme und Leidenschaft durch die Degustation.

 

Natürlich wurde auch fleissig degustiert:

 

Weisswein

Grand Vin Sec de Lafaurie – Peyraguey 2023

Rotwein

Château Cap de Faugères 2019

Château Faugères 2019

Das Schöne an dieser Verkostung war, dass alle Bordeaux-Rotweine aus dem Jahrgang 2019 stammten. Es war schön zu sehen, dass sie alle gleich alt sind, sich aber in unterschiedlichen Stadien ihres Lebenszyklus befinden. Wer mehr darüber erfahren möchte, was die Farbe eines Weines über seinen Lebenszyklus aussagt, kann in meinem Artikel «Ist alter Wein immer besser?» mehr darüber lesen.

Und weil es so viel Spass macht, Weine aus dem gleichen Jahrgang miteinander zu vergleichen, haben wir gleich mit zwei Weinen aus dem gleichen Jahrgang und vom gleichen Weingut weitergemacht.

Le Merle de Péby Faugères 2019

Château Péby Faugères 2019

Danach ging es weiter mit drei Weinen aus der Toskana, allesamt vom Weingut Montepeloso, was, wie ich mir sagen liess, so viel heisst wie „haariger Berg“.

Eneo 2021

Nardo 2021

Gabbro 2021

Zum Abschluss der Degustation kehrten wir in die Region des Sauternes zurück. Ein schöner Abschluss, der uns wieder zum Anfang brachte. Keine Sorge, Mathias, ich habe genau gesehen, wie gekonnt du den Kreis geschlossen hast!

La Chapelle de Château Lafaurie 2016

Château Lafaurie – Peyraguey 2017

Wer Interesse daran hat, meine Gedanken zu den einzelnen Weinen zu lesen, kann gerne meine Degustationsnotizen durchstöbern.

 

Am meisten hat mir jedoch der Austausch gefallen. Alle Teilnehmer fragten, teilten ihr Wissen, lachten, diskutierten und degustierten noch einmal. Es war ein Moment unter Weinliebhabern jeden Alters.

 

Und weil Mathias genau weiss, wie sehr es einem schmerzt, einen guten Wein wieder auszuspucken – zum Wohle der Weine, die noch folgen –, hat er uns die angebrochenen Flaschen nach der Degustation austrinken lassen. Was für ein „siebe Siech“

 

Nach der Degustation wurde weiter geredet und ausgetauscht – über Wein, Hobbys und die Arbeit. Ich überlegte derweil, wie ich wohl diesen wunderschönen Holztisch die kleine Treppe hinauf bekomme, ohne dass jemand Verdacht schöpft.

 

Alles in allem war es ein grossartiger Abend unter Gleichgesinnten.

Carmen Zanin