Rosé – der perfekte Wein für den Sommer
Wenn die Temperaturen steigen, die Grillen zirpen und die Abende länger werden, findet man ihn plötzlich überall: Roséwein. Kaum ein anderer Wein steht so sehr für Sommer, Leichtigkeit und gesellige Stunden wie ein gut gekühlter Rosé. Doch wer denkt, Rosé sei einfach nur die pinke Alternative zu Weiss- und Rotwein, unterschätzt ihn gewaltig.
Denn Rosé kann weit mehr als nur hübsch aussehen. Je nach Herkunft, Rebsorte und Herstellungsart entstehen Weine, die von frisch und filigran bis hin zu überraschend komplex und gastronomisch vielseitig reichen.
Wie entsteht Rosé eigentlich?
Eine der häufigsten Fragen lautet: Wird Rosé aus Rot- und Weisswein gemischt?
Die Antwort lautet: In den meisten Fällen nein.
Rosé wird überwiegend aus roten Trauben hergestellt. Die Farbe entsteht durch den Kontakt des Traubensafts mit den Beerenschalen, denn dort sitzen die Farbstoffe. Entscheidend ist dabei die Dauer dieses Kontakts. Während bei Rotwein die Schalen oft über Tage oder Wochen mitvergären, reichen beim Rosé meist schon wenige Stunden aus.
Je nach gewünschtem Stil entstehen dadurch Rosés in den unterschiedlichsten Farbnuancen – von zartem Lachsrosa bis hin zu kräftigem Himbeerrot.
Die wichtigsten Herstellungsarten
Direktpressung – die elegante Variante
Bei der Direktpressung werden die roten Trauben unmittelbar nach der Ernte gepresst. Der Saft hat nur sehr wenig Kontakt mit den Schalen.
Das Ergebnis sind meist sehr helle, elegante Rosés mit feiner Frucht, frischer Säure und einer angenehmen Leichtigkeit. Viele der bekannten Rosés aus der Provence werden auf diese Weise hergestellt.
Kurze Maischestandzeit – mehr Frucht und Ausdruck
Hier verbleiben die Trauben einige Stunden länger mit den Schalen in Kontakt, bevor sie gepresst werden.
Dadurch gewinnen die Weine an Farbe, Aromatik und Struktur. Oft zeigen sie Noten von Himbeeren, Kirschen, roten Johannisbeeren oder Wassermelone und eignen sich hervorragend als Begleiter zum Essen.
Saignée-Methode – der charakterstarke Rosé
Der französische Begriff "Saignée" bedeutet so viel wie "Aderlass". Dabei wird ein Teil des Mostes während der Rotweinbereitung abgezogen und separat zu Rosé ausgebaut.
Diese Rosés sind häufig kräftiger, strukturierter und können sogar zu herzhaften Gerichten oder Gegrilltem serviert werden.
Warum lieben wir Rosé gerade im Sommer?
Rosé vereint Eigenschaften, die perfekt zur warmen Jahreszeit passen.
Er bringt die Frische eines Weißweins mit, besitzt aber oft mehr Tiefe und Frucht. Gleichzeitig wirkt er leichter und unkomplizierter als viele Rotweine.
Kurz gesagt: Rosé macht einfach Spass.
Ob beim Apéro auf dem Balkon, beim Picknick am See oder beim Grillabend mit Freunden – ein guter Rosé fühlt sich fast immer richtig an.
Die schönsten Rosé-Pairings für den Sommer
Wassermelonen-Feta-Salat
Ein echter Sommerklassiker. Die süsse Frucht der Melone und die salzige Würze des Fetas harmonieren wunderbar mit einem trockenen, frischen Rosé aus Südfrankreich.
Besonders gut funktionieren hier helle Rosés aus der Provence mit ihren feinen Noten von Erdbeeren, Zitrusfrüchten und weissen Blüten.
Grillierte Garnelen mit Zitrone
Meeresfrüchte und Rosé sind oft ein Traumpaar. Die leichte Röstaromatik der Garnelen und die Frische der Zitrone verlangen nach einem Wein mit etwas mehr Struktur.
Ein Rosado aus Navarra oder ein Rosé auf Basis von Garnacha bringt genau die richtige Balance mit.
Gegrilltes Sommergemüse
Zucchini, Auberginen, Paprika und mediterrane Kräuter entwickeln auf dem Grill wunderbare Röstaromen.
Hier darf der Rosé etwas Charakter zeigen. Kräftigere Vertreter aus Bandol oder Sizilien sorgen für spannende Kombinationen und begleiten die Aromen hervorragend.
Thunfisch vom Grill
Einer der wohl unterschätztesten Rosé-Momente.
Gegrillter Thunfisch besitzt genug Intensität, um mit einem anspruchsvolleren Rosé mitzuhalten. Besonders Rosés aus Bandol oder Tavel zeigen hier, wie vielseitig diese Weinart sein kann.
Der klassische Sommer-Apéro
Ein frischer Rosé mit animierender Säure und moderatem Alkohol ist hier oft die beste Wahl.
Drei Rosés, die man kennen sollte
Für jeden Tag
Rosados aus Navarra bieten oft ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie sind fruchtbetont, unkompliziert und vielseitig einsetzbar.
Für Entdecker
Rosato vom Ätna auf Sizilien zählt für viele Sommeliers zu den spannendsten Roséweinen Europas. Die vulkanischen Böden verleihen den Weinen eine faszinierende Mineralität und Frische.
Für besondere Genussmomente
Rosé aus Bandol gehört zu den großen Klassikern Frankreichs. Diese Weine besitzen Struktur, Tiefe und können teilweise sogar mehrere Jahre reifen – etwas, das viele bei Rosé nicht erwarten würden.
Ein letzter Tipp
Rosé sollte kühl, aber nicht eiskalt serviert werden. Zwischen 10 und 12 Grad entfalten hochwertige Rosés ihre Aromen am schönsten. Werden sie zu kalt serviert, gehen viele der feinen Nuancen verloren.
Vielleicht ist genau das das Geheimnis des Rosés: Er nimmt sich selbst nicht zu ernst und hat trotzdem erstaunlich viel zu erzählen.
Also beim nächsten Sommerabend einfach einmal genauer hinschmecken. Die Chancen stehen gut, dass sich hinter dem rosafarbenen Wein im Glas deutlich mehr verbirgt als nur ein erfrischender Durstlöscher.